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Weil aber zur Arbeit auf den Segelschiffen mehr gehört als die Shanties; erwachen rund um die Seemannslieder tausend Dinge zu neuem Leben, die
einst auf den Windjammern zum Alltag gehörten: die eigene Sprache an Bord mit ihren uralten Namen für Segel, Masten und Tauwerk; Stürme, Schiffbruch, Schmuggel und Seeräuberei; aber auch Häfen, Heimkehr und die Liebe der
Matrosen. Traditionelle Shanties sind seemännische Arbeitslieder, deren Rhythmen das Tempo für den gemeinsamen Krafteinsatz an der Ankerwinde, an den Pumpen, beim Bergen von Segeln oder Netzen oder beim Landholen von
Fischerbooten angeben. Heute gehören sie zum Volksliedgut seefahrender Nationen. Technische Entwicklungen jüngster Zeit haben mannschaftliche Schwerstarbeit auf See unnötig werden lassen. Folglich entstehen in
technisch hochentwickelten Ländern keine neuen seemännischen Arbeitslieder. An ihrer Stelle sind Lieder getreten, die von der Crew zur Geselligkeitspflege gemeinsam gesungen werden (Lukensongs). Man könnte sie als
Feierabendshanties bezeichnen. Musikalisch knüpfen sie an die Folklore der Traditionellen Shanties an, und inhaltlich verbindet sie unkomplizierter situationsbezogener Witz mit ihren Vorläufern. Wie diese sind sie in
Vorsängertext und Chortext gegliedert. Auch die englische Sprache unterscheidet zwischen “seasong” und “shanty”. Seasongs sang der Seemann in der Freizeit. Sie werden auch “Forebitters” (bit = Poller, forebitter = Poller auf
der Back) genannt. In
lauen Passatnächten saß Hein Seemann auf der Back, um sich zu erholen, weil es in seinem Logis, in der “Focksel” unter der Back oder im Deckshaus, wo die Mannschaft wohnte, vielleicht zu warm und stickig war. “ From Boston harbour we will steer ...” ist ein derartiger Focksel-song oder Forebitter oder Seasong.
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